Bayern

Initiative „Wege zum besseren LEP für Bayern“ - ein Aufruf

Barbara Weihs, Vertreterin des bdla Bayern in der Initiative Wege zum besseren LEP in Bayern, berichtet vom aktuellen Stand zum Landesentwicklungsprogramm.
© Klaus Leidorf

© Klaus Leidorf

Landesentwicklungsplanung ist zentrale Aufgabe der Landesregierung, in Bayern gefasst im Landesentwicklungsprogramm (LEP). Das erste LEP von 1976 war wegweisend - weit über Bayerns Grenzen hinaus. Zwischenzeitlich wurde die Landesplanung zurückgefahren auf ein mehr nachführendes als planendes Instrument.
Das seit 2013 geltende LEP enttäuscht als Leitlinie für ein zukunftsfähiges Bayern, lässt eine klare Konzeption, eine Koordination und Gestaltkraft für die nachhaltige Entwicklung Bayerns und hier insbesondere zum Schutz und zur Fortentwicklung der bayerischen Kulturlandschaft vermissen.


Aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus fanden sich unter Leitung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) die planenden Professionen, darunter der bdla Bayern, sowie Akademien und Organisationen des Landschafts- und Umweltschutzes zu der Initiative „Wege zum besseren LEP für Bayern“ zusammen. Vor der Landtagswahl 2018 wurde das Memorandum „Ein besseres LEP für Bayern“ platziert, das klare Forderungen und Vorschläge für die Neuorientierung der bayerischen Landesplanung formuliert.

Die wesentlichen Ansätze, zum „besseren LEP für Bayern“ sind:

  • Ein neuer Planungsprozess - zur transformativen Entwicklung Bayerns
  • Landschaft als Basis- Lebensgrundlage und Handlungsraum
  • Neue Wege zum LEP – von anderen Lernen, und modellhaftes Gestalten


Ein „lernender“, offener Planungsprozess soll eingeleitet werden, an dem auch die Bürger, die Zivilgesellschaft, die Kommunen beteiligt und mitgenommen werden, eine Art „Raumlabor Bayern“. Ziele müssen aus gesamtgesellschaftlich Raumbilder, Visionen entwickelt und eingebunden sein. Die ökonomische und ökologische Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität soll zentrale Leitlinie sein. Nur mit Teilhabe kann die notwendige Transformation gelingen.

Landschaft ist der Boden, die Basis aller räumlichen Bedarfe, Grundlage für Leben und Lebensqualität. Landschaft muss der Strukturgeber für eine gesamtheitliche Entwicklungen zur Daseinsvorsorge sein. Nur mit einer integrierten, sektorenübergreifenden Raumplanung können die drängenden Herausforderungen von Klima-, Ressourcen- und Biodiversitätskrise, von Landschaftsverlust und Flächenfraß bewältigt werden.

Neue Wege werden vorgeschlagen, zunächst sollte ein internationaler Kongress zur Raumplanung Erkenntnisse und das Problembewusstsein schäften; Pandemiebedingt war dies bisher nicht umzusetzen. Allerdings konnte im April 2021 eine Tagung zum Thema „Was kann das LEP zu einem zukunftsfesten Bayern beitragen?“ veranstaltet werden. Die über 400 Teilnehmer aus der Fachwelt, der Politik und anderen Interessierten, haben die Brisanz des Themas belegt.

Demnächst beginnt die Verbändeanhörung zur angekündigten Gesamtfortschreibung des LEP. Es soll bereits Ende 2022 in Kraft treten.

Die Themenfeldern sind gesetzt: Klimawandel, Digitalisierung, gleichwertige Lebensverhältnisse, räumliche Gerechtigkeit.

Noch ist der Ernst der Lage noch nicht von allen erkannt. Es wird noch viel Engagement auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Bayern brauchen. Die Initiative wird sich weiter bemühen, aufzurütteln, zu informieren, zu mobilisieren, Vorschläge und Forderungen zu erarbeiten um auf die politische Ebene einzuwirken.

Es braucht das Engagement von uns allen. Gerade wir Landschaftsarchitekten sind als Experten für Landschaftsentwicklung gefragt und sollten uns auf allen Ebenen einbringen.